Sodbrennen – Ursachen: Medikamente

Bestimmte Arzneimittel können Sodbrennen auslösen. Oft sind es Mittel, die die Gefäße weiten und die Muskeln entkrampfen, oder solche, die die Säureproduktion im Magen erhöhen

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 05.09.2017

Einige Arzneimittel können Magen und Speiseröhre belasten


Medikamente, die Sodbrennen verursachen können

Zu den Arzneimitteln, die mitunter einen Reflux fördern, gehören Wirkstoffe, die die Blutgefäße erweitern und den Spannungszustand der Muskeln herabsetzen. Sie führen häufig dazu, dass auch der Ösophagussphinkter erschlafft. Das ist der Schließmuskel im unteren Teil der Speiseröhre am Übergang zum Magen. Er verhindert, dass das Essen wieder hochkommt (siehe auch Kapitel "Wie Sodbrennen entsteht").

Medikamente aus dieser Gruppe sind unter anderem Herz-Kreislauf-Mittel wie Kalziumantagonisten und Nitropräparate, Theophyllin und andere Asthmamittel sowie Anticholinergika. Diese wirken auf  die Kontraktionsfähigkeit bestimmter Muskeln und können bei Inkontinenzbeschwerden hilfreich sein.

Ebenso kommen einige Psychopharmaka, etwa bestimmte Neuroleptika, als Auslöser von Magen-Darm-Beschwerden und damit eventuell Sodbrennen infrage. Zudem können Medikamente, die Pfefferminzöl enthalten, unerwünschte Reflux-Beschwerden bereiten.

Bestimmte Rheuma- und Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Azetylsalizylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac bewirken eine verstärkte Säureproduktion im Magen. Unsachgemäße Einnahme von Bisphosphonaten, Wirkstoffen gegen Osteoporose, geht mit erhöhter Gefahr von Entzündungen und Geschwüren der Speiseröhre einher. Unter den Antibiotika können insbesondere Tetrazykline zu Sodbrennen führen.

Wenn Sie vermuten, dass das Sodbrennen mit einem Medikament zusammenhängt, das Sie einnehmen, setzen Sie das Medikament nicht einfach von sich aus ab, sondern beraten Sie sich mit Ihrem Arzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwa durch die Wahl eines anderen Mittels oder die Kombination mehrerer Wirkstoffe, den Beschwerden entgegenzuwirken.


Symptome-Finder

Wählen Sie: